Kunst statt Leerstand im DepotLu

„Fünf Wochen lang wird ein Leerstand im Depot Lu in der Rheinallee mit Kunst bespielt: Die Austellung „Faszination Skulptur – Erde/ Stein/ Holz/ Papier“ bringt sechs bildhauerisch tätige Künstler zusammen, die sich in ihren Arbeiten mit diesen Materialien auseinandersetzen. Die Fläche, die bisher der Gartenmöbel- und Sonnenschirmvertrieb Akzentro GmbH belegt hat, soll nach der Ausstellung an vier verschiedene Firmen vermietet werden.

Gerade mal vier Wochen Zeit hatte Nicoleta Steffan, um die Ausstellung im Depot zu organisieren. Spontan zu reagieren – das ist die Künstlerin und Kuratorin aus Frankenthal gewohnt. Schon im vergangenen Jahr hat sie im Abrisshaus der GAG am Knödelbrunnen das Festival „Wow Art“ mitorganisiert. „Ich suche immer und überall Locations, in denen ich etwas machen kann.“, sagt sie. Der große Raum im Depot-Komplex an der Rheinallee im Stadtteil Süd ist für sie „genial“. Hier könne sie sich den langehegten Traum erfüllen, eine reine Skulpturenausstellung zu realisieren. „Weil nicht genug Platz ist, gehen bildhauerische Werke oft unter“, meint sie. „Sie brauchen die Weite.“

Die Arbeiten von sechs Künstlern aus Ludwigshafen, Mannheim, Frankenthal, Wiesloch und München geben einen Überblick über die Kunst der Bildhauerei. Zwischen ihre Werke hat Steffan kleine Haufen mit Erde, Steinen, Papier und Holz platziert, um zu dokumentieren, dass sie alle, so unterschiedlich ihre Arbeiten auch sein mögen, die vier Ursprungselemente als Ausgangspunkt benutzen.
Erhard Seiler, der in der Gartenstadt lebt, fertigt seine Arbeiten aus Holzrohlingen an. Er bekommt sie von Freunden und Verwandten, wenn irgendwo ein Baum gefällt wurde. „Holz ist ein Werkstoff, der manchmal auch noch nach Jahren weiterarbeitet“, sagt der Mann, dem es gelingt, mit einer Kettensäge ganz filigrane Stücke zu fertigen.

Ein Höhepunkt unter den vielen Arbeiten der Ausstellung sind die des Wieslocher Steinbildhauers Daniel Wolf. Er hat eine beeindruckende Arbeit mit dem Titel „Fallen“ geschaffen: eine liegende Statue über einem riesigen Spiegel. In einem zweiten Werk sieht der Besucher sich selbst neben und über einer kleinen Figur tausendfach gespiegelt. „Es geht darum, bis zum letzten Atemzug im Leben immer und immer wieder aufzustehen, wenn man gefallen ist“, interpretiert Steffan die Botschaft.

Die Frankenthalerin Gabriela Sann ist mit Papierarbeiten vertreten, die Mannheimer Luana Kroner-Stasek und Gerd Reutter mit Werken aus Stein und Holz, die Steffan selbst nach Ludwigshafen transportiert hat. Wer das alles finanziert? Sponsoren, die selbst lieber als „Unterstützer“ bezeichnen.

Es sind Firmen, die „Spritgeld“ geben, eine Hotelübernachtung spendieren oder etwas zur Vernissage am morgigen Freitag beitragen. Tänzer eines Balletstudios möchten die Besucher mit einer „Skulpturentanz“ genannten Performance unterhalten und überraschen. Die Kunstausstellung, die bis 30. Juni zu sehen sein soll, vergleicht DepotLu –Geschäftsführerin Birgit Stärk gerne mit ihrer eigenen Arbeit: „Es geht darum, Fäden zwischen einzelnen Menschen und Institutionen zu knüpfen und alle an einen Tisch zu bringen.“

Die bisher durch die Aktzentro GmbH belegte Fläche, soll – wenn die Kunst wieder weg ist – auf vier Mieter aufgeteilt werden. Da die Mietverträge noch nicht unterschrieben sind, behält Stärk die Namen der Firmen noch für sich. „Wir haben auf jeden Fall Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit und sind sicher, dass sie ins Depot passen“, meint sie. Für Spätsommer sei ein weiterer Mieterwechsel geplant: Nach dem Auszug der Küchengalerie Gallei soll deren Raum umgebaut und ebenfalls neu vermietet werden.“

– ein Artikel der Rheinpfalz

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